Verständlich von Gott reden – Predigt zum 2. Sonntag nach Trinitatis (GD mit Taufe) zu 1. Kor 14

Liebe Gemeinde,
in die Kirche nicht – die reden so unverständlich! Dabei soll man Glaube doch verstehen!“ So sagen es manche fast um sich zu entschuldigen, dass sie nicht kommen. Und sie weisen damit auf ein Problem hin: Dass Predigten oder andere Teile des Gottesdienstes manchmal eine gewöhnungsbedürftige, für sie erst mal unverständliche Sprache benützen. Gestern hat der Konfirmanden-unterricht begonnen, da geht es mir genau darum, dass die Konfirmanden sich an die kirchliche Sprache mit gewöhnen.
Auch Sie liebe Familie Lavontain, müssen ja verständlich reden, wenn Sie mit Felix und Kevin über Gott reden.
In der Kirche ist es manchmal gar nicht so unverständlich wie man meint, da würde manchmal öfters kommen auch nützen. Aber es gibt in der Christenheit auch wirklich Situationen, wo der Gottesdienst unverständlich ist. Vielleicht haben Sie schon davon gehört, in unseren Kirchen erlebt man es nicht: Die sogenannte Zungenrede. Manche Menschen fühlen Gottes Geist beim Gebet oder im Gottesdienst ganz stark und beginnen zu lallen. Kaum einer kann verstehen, was sie sagen wollen. Diese Rede gilt als direkt von Gott eingegeben.
Aber soll Glaube nicht für jeden verständlich sein? Paulus schreibt dazu im 1. Korintherbrief im 14. Kapitel:
Das soll also euer Ziel sein: ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird. Bemüht euch aber auch um die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden, und wenn ich das sage, denke ich vor allem an die Gabe des prophetischen Redens.
Wenn jemand in einer von Gott eingegebenen Sprache redet, richten sich seine Worte nicht an Menschen, sondern an Gott. Keiner versteht ihn; was er – durch Gottes Geist gewirkt – ausspricht, bleibt ein Geheimnis.
Wenn jemand hingegen eine prophetische Botschaft verkündet, richten sich seine Worte an die Menschen; was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung und Trost.
Wer in einer von Gott eingegebenen Sprache redet, bringt damit sich selbst im Glauben weiter; wer prophetisch redet, dient der ganzen Gemeinde.
Ich bin Gott dankbar, dass ich in Sprachen reden kann, die von ihm eingegeben sind, und ich mache davon mehr Gebrauch als ihr alle.
Aber wenn die Gemeinde versammelt ist, will ich lieber fünf verständliche Worte sagen, damit auch andere einen Gewinn davon haben und im Glauben unterrichtet werden, als zehntausend Wörter in einer Sprache, die keiner versteht. Stellt euch nur einmal Folgendes vor: Ihr seid als ganze Gemeinde am selben Ort versammelt und fangt alle an, in Sprachen zu reden, die von Gott eingegeben sind. Und nun kommen Leute dazu, die noch nicht viel oder noch gar nichts vom Glauben wissen. Werden sie nicht sagen: »Ihr seid verrückt!«?
Und dann stellt euch vor, ihr alle verkündet prophetische Botschaften. Wenn jetzt jemand dazukommt, der vom Glauben nichts oder nicht viel weiß, macht alles, was ihr sagt, ihm bewusst, dass er ein Sünder ist. Durch alles, was er hört, sieht er sich zur Rechenschaft gezogen,und seine verborgensten Gedanken kommen ans Licht. Er wird sich niederwerfen, um Gott anzubeten, und wird ausrufen: »Gott ist wirklich in eurer Mitte!«
LiebeGemeinde,wervonGottredet,werprophetischredet,dersollverständlichreden!Wasersagtsollauchallenanderenetwasbringen!DasistfürPauluseinKennzeichenderLiebe.EinKapitelvorunseremAbschnitterklärtPaulus,wienötigLiebeist,wennmanvonGottredet.Erschreibt:WennichmitMenschenundmitEngelszungenredeteundhättedieLiebenicht,sowäreicheintönendesErzodereineklingendeSchelle.UndwennichprophetischredenkönnteundwüsstealleGeheimnisseundalleErkenntnisundhätteallenGlauben,sodassichBergeversetzenkönnte,undhättedieLiebenicht,sowäreichnichts. SeineerstenWorteimAnschlussandiesesHoheliedderLiebesinddanngleichunserePredigtworte:StrebtnachderLiebe!BemühteuchumdieGabendesGeistes,ammeistenaberumdieGabederprophetischenRede.Weraberprophetischredet,derredetdenMenschenzurErbauungundzurErmahnungundzurTröstung.
Das
heißt:DieProphetischeredeistsovielwiedasrichtigebiblischeWortzurrichtigenZeitgesprochenDieskanneinWortderErbauungsein:Ichwilldichsegnen,unddusollsteinSegensein.EskannaberaucheinWortderErmahnungsein:Lasst die Sonnenicht über eurem Zornuntergehen OderaucheinWortderTröstung:Ichlebeundihrsolltauchleben.Wirredenprophetisch,wennwireineverständliche,ehrliche,liebevolle,gottesbezogeneSprachesprechen.UnddaskennenSiewahrscheinlich:EinpassendesWortzurrechtenZeitdringtbistiefindieSeeleundwirerkennenunsselber.Durchsie,dieseprophetischeRede,sprichtGottseinWortineinebestimmteSituationundzubestimmterStundeinunsereHerzenundhilftuns.Sokannespassieren,wennalleinderGemeindewährenddesGottesdienstesverständlicheGlaubenssprachereden:UndeskämeeinUngläubigeroderUnkundigerhineinwasinseinemHerzenverborgenist,würdeoffenbar,undsowürdeerniederfallenaufseinAngesicht,Gottanbetenundbekennen,dassGottwahrhaftiguntereuchist.
Im Gottesdienst und in der Gemeinde ist es manchmal leichter über Gott zu reden. Schwerer ist es, wenn Sie Ihren Kindern oder ihren Paten von Gott erzählen. Und das gehört dazu, wenn man sie – wie sie versprochen haben – im christlichen Glauben erzieht. Und es ist sehr wichtig, wenn Sie von ihrem Weg mit Gott erzählen. Von dem Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben mit Gott gemacht haben, von Ihrem eigenen Glauben – auch wenn es Rituale sind, die kaum jemand weiß.
Wir als evangelische Kirche und als Neunburger Gemeinde wollen Sie dabei unterstützen, das haben wir Ihnen versprochen.. Deshalb gibt es Religionsunterricht und Konfirmandenunterricht und für die Erwachsenen Gesprächsabende über die Bibel und den Glauben. Und natürlich dürfen Sie zu uns kommen, wenn Sie Hilfe brauchen. Was immer Sie den beiden von Gott erzählen, und wie immer Sie es erzählen. Versuchen Sie es so offen und klar wie möglich zu erzählen, damit es Kevin und Felix auch etwas nützt, damit sie Gott als Einen erleben können, der sie liebt und begleitet.
Amen
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unser Vernunft, segne unser Reden und Hören. Amen
Mit Teilen aus der Lesepredigt des Gottesdienstinstitutes Bayern. Danke für die guten Ideen!
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