Lob der Vielfalt: Kurzgottesdienst zu Pfingsten (Gen 11,1-9)

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Gebet: Psalm 118,24-29

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

O Herr, hilf! O Herr, lass wohlgelingen!

Gelobt sei, der da kommt im

Wir segnen euch vom Haus des Herrn.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Luther 2017 © Deutsche Bibelgesellschaft

Bibeltext: 1. Mose 11,1-9

Damals hatten alle Menschen nur eine einzige Sprache –mit ein und denselben Wörtern.

Sie brachen von Osten her auf und kamen zu einer Ebene im Land Schinar. Dort ließen sie sich nieder.

Sie sagten zueinander: »Kommt! Lasst uns Lehmziegel formen und brennen!«Die Lehmziegel wollten sie als Bausteine verwenden und Asphalt als Mörtel.

Dann sagten sie:»Los! Lasst uns eine Stadt mit einem Turm bauen! Seine Spitze soll in den Himmel ragen. Wir wollen uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.«

Da kam der Herr vom Himmel herab. Er wollte sich die Stadt und den Turm ansehen, die die Menschen bauten. Der Herr sagte: »Sie sind ein einziges Volkund sprechen alle dieselbe Sprache. Und das ist erst der Anfang! In Zukunft wird man sie nicht mehr aufhalten können. Sie werden tun, was sie wollen. Auf! Lasst uns hinabsteigen und ihre Sprache durcheinanderbringen! Dann wird keiner mehr den anderen verstehen.« Der Herr zerstreute sie von dort über die ganze Erde. Da mussten sie es aufgeben, die Stadt weiterzubauen.

Deswegen nennt man sie Babel, das heißt: Durcheinander. Denn dort hat der Herr die Sprache der Menschen durcheinandergebracht. Und von dort hat sie der Herr über die ganze Erde zerstreut.

Basisbibel © Deutsche Bibelgesellschaft

Gedanken:

Woher kommen eigentlich all die verschiedenen Sprachen? Diese Frage verursacht der Text mit einer uralten Geschichte zu beantworten: Früher gab es eine Einheitssprache. Alle Menschen waren gleich. Im Text sind sie – obwohl sonst die Bibel von Namen nur so wimmelt – auch alle namenlos.

Im Hebräischen drückt es sich besser als im Deutschen: Die verwendeten Wörter ähneln sich, der Text wird langweilig, uniform.

Die Individualität, die Wertschätzung des Einzelnen geht unter in der Gleichheit der Menschen. So sollen auch alle dafür arbeiten, dass sich die Gemeinschaft durch ein Bauwerk einen Namen macht.

Die Sprachen, die Gott schafft, zerbrechen die Einheit. Aber sie ermöglichen auch Individualität, Persönlichkeit.

Wie oft bin ich auf meine Sprache angesprochen worden: Den Regensburger hört man nicht raus, da meine Eltern keine Regensburger waren. Meine Zeit in Franken hört man mir auch manchmal an. Und mein Englisch ist ein Mischmasch aus Schulenglisch und Südafrikanisch-Nordirischen Anklängen.

Im 1. Korintherbrief schreibt Paulus von den Sprachen, die es in einer Gemeinde gibt: Der Zungensprache, der Sprache der Erkenntnis, der Prophetischen Sprache und der Sprache der Lehre. Er schätzt die verschiedenen Sprachen, die individuellen Gaben hoch.

Und gibt Ihnen ein Ziel: Sie sollen aufbauen, erbauen. Den Menschen zu Gott helfen.

Er weiß: Sprachen können trennen: „Es gibt vielerlei Sprachen in der Welt, und nichts ist ohne Sprache. Wenn ich nun die Bedeutung der Sprache nicht kenne, werde ich ein Fremder sein für den, der redet, und der redet, wird für mich ein Fremder sein.“ (1. Kor 14,10-11)

Fremd sein: Das ist der große Nachteil der verschiedenen Sprachen.

Für Gott sind verschiedene Sprachen aber kein Hindernis.

An Pfingsten treffen viele Menschen mit den verschiedensten Sprachen in Jerusalem ein. Es ist Wochenfest, das jüdische Erntedankfest. Juden aus aller Welt mit Sprachen aus aller Welt treffen in Jerusalem auf die Jünger Jesu, die etwas zu erzählen haben.

Und wie durch ein Wunder verstehen Sie sich. Wie durch ein Wunder kommt die Botschaft von der Auferstehung Jesu an.

Und wird von dort weitergetragen.

Gott nutzt die verschiedenen Sprachen um Individuen in aller Welt zu erreichen.

Die trotzdem Ihre ganz eigene Sprache sprechen dürfen

Gebet:

Gott, du Geist der Vielfalt: Bewahre die Vielfalt der Menschen, schütze sie, wo sie von Einseitigkeit bedroht ist.

Gott, du Geist der Gemeinschaft: Verbinde uns über alle Grenzen hinweg.

Gott, Geist der Wahrheit: Hilf uns die Wahrheit zu sagen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, auch wenn es unangenehm ist

Gott, du Geist der Liebe: Hilf uns unsere Feinde zu lieben und die Kreisläufe der Gewalt zu unterbrechen.

Amen

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