Der Traum von der Verwandlung (Andacht zu Röm 12,1-8)

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Gebet: Ps 100

1 […] Jubelt dem HERRN zu, alle Länder der Erde!

2 Dient dem HERRN mit Freude, kommt vor ihn mit Jubel!

3 Erkennt, dass der HERR allein Gott ist!

Er hat uns geschaffen, ihm gehören wir.

Wir sind sein Volk, seine Herde,

und er ist unser Hirte, der uns auf seine Weide führt!

4 Kommt in die Tore seiner Stadt mit Dank,

in die Vorhöfe seines Heiligtums mit Lobgesang!

Dankt ihm und preist seinen Namen!

5 Denn reich an Güte ist der HERR, ewig währt seine Gnade,

und seine Treue gilt auch allen künftigen Generationen.

Basisbibel NT+PS © Deutsche Bibelgesellschaft

Bibeltext: Röm 12

1 Brüder und Schwestern, weil Gott so viel Erbarmen mit euch gehabt hat, bitte und ermahne ich euch: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! […] 2 Lasst euch […] von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird.

3 […]Niemand soll sich über andere erheben und höher von sich denken, als es angemessen ist. Bleibt bescheiden und sucht das rechte Maß! […]

4 Denkt an den menschlichen Leib: Er bildet ein lebendiges Ganzes und hat doch viele Teile, und jeder Teil hat seine besondere Funktion.

5 So ist es auch mit uns: Als Menschen, die zu Christus gehören, bilden wir alle ein unteilbares Ganzes; aber als Einzelne stehen wir zueinander wie Teile mit ihrer besonderen Funktion. 6 Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat. Einige sind befähigt, Weisungen für die Gemeinde von Gott zu empfangen; was sie sagen, muss dem gemeinsamen Bekenntnis entsprechen.

7 Andere sind befähigt, praktische Aufgaben in der Gemeinde zu übernehmen; sie sollen sich treu diesen Aufgaben widmen. Wer die Gabe hat, als Lehrer die Gemeinde zu unterweisen, gebrauche sie.

8 Wer die Gabe hat, andere zu ermahnen und zu ermutigen, nutze sie. Wer Bedürftige unterstützt, soll sich dabei nicht in Szene setzen. Wer in der Gemeinde eine Verantwortung übernimmt, soll mit Hingabe bei der Sache sein. Wer sich um Notleidende kümmert, soll es nicht mit saurer Miene tun.

Gute Nachricht Bibel. Durchgesehene Neuausgabe 2018

© Deutsche Bibelgesellschaft

Gedanken:

Dieser Text stößt mich ab und zieht mich an.

Er stößt mich ab, da ich den erhobenen Zeigefinger heraushöre: „Ich ermahne euch“ „Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung“ „Niemand soll“ „wer hat soll….“

Gerade im Lockdown und nach diesem Jahr denke ich mir:

Was soll ich denn noch alles?

Bescheiden bleiben, mich zurücknehmen. Das rechte Maß suchen.

An alle anderen Denken, wir sind ja ein Leib.

Meine Funktion erkennen und ausfüllen.

Ich soll mich treu meinen Aufgaben widmen, mich nicht in Szene setzen, mit Hingabe bei der Sache sein und darf dabei nicht mal sauer gucken.

Außerdem soll ich natürlich 1,5 m Abstand halten, Maske tragen, mein soziales Leben einschränken, nicht rausgehen,

meine Kindergartentochter betreuen und perfekt Mathematik und Deutsch der 3. und 4. Klasse unterrichten können.

Ein bisschen viel sollen im Moment, tut mir leid Paulus,da wehrt sich alles in mir.

Aber dann gibt es dann noch diesen kleinen Satz: Lasst euch […] von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird.

Ich beginne zu träumen: Ein erneuertes Denken.

Wie viel Konflikte würde es vermeiden, wenn ich mich nicht so wichtig nehmen würde?

Wie viel mehr Gemeinsamkeit gäbe es, wenn ich mich als Teil der Gemeinschaft sehen würde?

Wie ist es, wenn jeder einfach seine Begabungen einbringt? Wenn nicht mehr einer Fragen muss: Magst du nicht, kannst du nicht vielleicht mal? Und danach noch sicher gehen muss, dass alles gut geklappt hat?

Nein, wenn ich bescheiden meinen Anteil einbringen würde, so wie alle anderen auch?

Und wenn ich das ganze zufrieden machen könnte?

Wäre das nicht schön?

Ich wache wieder auf aus meinem Tagtraum, denn ich soll und muss ja noch.

Aber: Die Sehnsucht bleibt. Und ich weiß: Allein schaffe ich es nicht. Ich brauche das viele Erbarmen Gottes, von dem Paulus spricht und das meiner Mitmenschen. Herr, schick es mir!

Gebetsvorschlag

Barmherziger Gott, verwandle uns:

Verwandle unser Sollen in Wollen,

Unsere Einsamkeit in Gemeinschaft,

Unsere Träume in Realität.

Hilf uns

zu lehren, wo Lehre notwendig ist,

Praktisch anzupacken, wo Hilfe benötigt wird.

Die Irrenden zu Ermahnen und die Mutlosen zu ermuten

Bedürftige zu unterstützen und Notleidenden zu helfen.

Amen

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