Den Heiligen Geist die Zweifel besiegen lassen – Predigt zu Ostern (Luk 24,36-47)

Liebe Gemeinde,
Ostern ist vom Inhalt her ein schwieriges Fest. Weihnachten, das ist einfach: Da ist ein Kind geboren. Das erlebt man selbst oder bei Bekannten immer wieder.
Aber Auferstehen von den Toten? Wieder leben?
Wer Tot ist, kommt doch nicht wieder. Das lernt man schon als Kind.
Wie soll also die Auferstehung zu begreifen sein?

Mit diesen Fragen werden auch die Jünger konfrontiert. Lukas nimmt deshalb die verschiedensten Auferstehungsgeschichten mit in sein Evangelium auf.
Im heutigen Predigttext geht es um die Zweifel der Jünger:

Als sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!
Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist.
Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.
Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?
Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor.
Und er nahm’s und aß vor ihnen.

Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen.
Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.

Liebe Gemeinde,
die Jünger haben ihre Zweifel: sehen wir vielleicht nur einen Geist?
Jesus reagiert auf Ihre Zweifel, er scheint ihre Gedanken zu verstehen:
Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.
Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Jesus nimmt die Jünger Ernst in ihren Zweifel. Sie dürfen sehen, ja sogar anfassen.
Nun begreifen es auch die Jünger, sie fangen sich an zu freuen und – so heißt es – „konnten es nicht glauben vor Freude“ Wolfgang Huber hat es einmal anders formuliert: „Das war zu schön um wahr zu sein“

Und Jesus reagiert wieder verständnisvoll: Er isst mit Ihnen, so wie er schon vor seinem Tod mit Ihnen gegessen hat.
Und dann fängt er an mit Ihnen zu sprechen und was jetzt kommt, finde ich mit am wichtigsten.
Denn wir sind wie die Jünger, auch wir haben unsere Zweifel, können es nicht verstehen was hier geschieht, fragen uns: Sollte die Auferstehung möglich sein? Wäre sie nicht zu schön um wahr zu sein?

Aber: Wir sind keine Jünger, wir sind nicht dabei gewesen, haben Jesus weder vor seinem Tod noch nach der Auferstehung gesehen.
Wie können wir es also glauben?
Der folgende Vers ist für mich ein Schlüsselvers.
Jesus redet mit den Jüngern, er erklärt, dass bereits alles in der Schrift steht und dann ist beschrieben: „Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden.“

Ähnliches beschreibt Lukas schon bei den Emmausjüngern. Auch diesen erklärt Jesus die Schrift.
Das heißt: Jesus ist der, der das Verständnis ermöglicht. Ohne ihn sind wir voller Zweifel, nur durch ihn verstehen wir die Zusammenhänge, verstehen wir, was da vor geht.
Anders gesagt: Nur durch ihn können wir glauben.
Deshalb ist so wichtig, was zwei Verse später steht: siehe, ich sende auf euch, was mein Vater verheißen hat. Diese Kraft aus der Höhe, der Heilige Geist, ist es der in uns den Glauben bewirkt, der das Verständnis der Bibel bewirkt, der uns letztendlich hilft das was wir heute feiern, die Auferstehung, zu glauben und zu verstehen.

Wir dürfen also mit unseren menschlichen Zweifeln kommen. Wir dürfen mit unserem Verstand sagen: Das geht doch gar nicht.
Aber wir müssen offen bleiben für Gottes Heiligen Geist, der uns das Verständnis der Auferstehung bringt.
Amen.

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