Andacht zum 27.12.2020

Gebet: Ps 71

1 Bei dir, HERR, suche ich Zuflucht.Ich werde nicht enttäuscht.

14 Ich aber werde stets nach dir Ausschau halten

und neue Lieder zu deinem Lob hinzufügen.

15 Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit erzählen

und den ganzen Tag von deiner Hilfe berichten.

Denn die Kunst des Schreibens beherrsche ich nicht.

16 Mit den großen Taten meines Herrn will ich kommen.

HERR, an deine Gerechtigkeit will ich erinnern –

an dich allein.

17 Gott, du hast mich von Jugend an unterwiesen.

Bis heute mache ich deine Wundertaten bekannt.

18 Doch jetzt bin ich alt und habe graues Haar!

Ach Gott, lass mich doch nicht im Stich!

Ich möchte noch lange deine Macht verkünden,

Kindern und Enkeln von deinem Tun erzählen.

Basisbibel NT+PS © Deutsche Bibelgesellschaft


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Bibeltext: Lukas 2

25 Sieh doch: Damals lebte in Jerusalem ein Mann, der Simeon hieß. Er hielt Gottes Gebote und vertraute ganz auf ihn. So wartete er auf den Retter, den Gott seinem Volk Israel schickt. Der Heilige Geist leitete ihn. 26 Und durch den Heiligen Geist hatte Gott ihn wissen lassen: »Du wirst nicht sterben, bevor du den Christus des Herrn gesehen hast.« 27 Jetzt drängte ihn der Heilige Geist, in den Tempel zu gehen. Gerade brachten auch die Eltern das Kind Jesus dorthin. Sie wollten die Vorschriften erfüllen, die im Gesetz für das Kind vorgesehen sind.

28 Simeon nahm das Kind auf den Arm. Er lobte Gott und sagte: 29 »Herr, jetzt kann dein Diener in Frieden sterben,wie du es versprochen hast. 30 Denn mit eigenen Augen habe ich gesehen: Von dir kommt die Rettung. 31 Alle Völker sollen sie sehen –32 ein Licht, das für die Heiden leuchtet,und deine Herrlichkeit aufscheinen lässt über deinem Volk Israel.«

[…]

36 Es war auch eine Prophetin im Tempel. Sie hieß Hanna […]Sie war schon sehr alt. […] Sie verließ den Tempel nicht mehr und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.

38 Jetzt kam sie dazu und lobte Gott. Dann erzählte sie allen von dem Kind, die auf die Rettung Jerusalems warteten.

Basisbibel. NT+PS © Deutsche Bibelgesellschaft

Gedanken:

Zwei Senioren sind im Tempel: Der gottesfürchtige Simeon, der durch den Heiligen Geist getrieben kommt und die Prophetin Hanna, die jeden Tag da ist.

Und dann ist da diese junge Familie: dem jüdischen Gesetz folgend bringen Sie am 8. Tag Jesus zur Beschneidung in den Tempel.

Da begegnet die Familie Simeon: Und Simeon merkt: In diesem Kind ist Gott besonders spürbar. Er muss Gott einfach loben. „Wessen Herz voll ist, dem geht der Mund über“, so heißt es. Und wie er Gott und dieses Baby lobt: „ein Licht, das für die Heiden leuchtet,und deine Herrlichkeit aufscheinen lässt über deinem Volk Israel“

Und dann Hanna. Da ist nur ganz kurz beschrieben: „Jetzt kam sie dazu und lobte Gott. Dann erzählte sie allen, die auf die Rettung Jerusalems warteten, von dem Kind.“

Da sind zwei alte Leute, denen wird das Herz voll und geht der Mund über. Und da ist Gottes Geist mit im Spiel, anders kann ich mir das nicht erklären.

Hanna ist mindestens 84, Simeon wird nicht wesentlich jünger sein, die haben sicherlich schon viele Babys in den Händen gehalten.

Ich bezweifle, dass jedes Mal so ein Lobgesang losging.

Es ist also ein ganz besonderes Kind, was da vor Ihnen ist.

Ein besonders lobenswertes.

Wie geht es Ihnen gerade mit dem Gotteslob?

War Ihnen in diesen Feiertagen danach, Gott zu loben?

Dafür, dass wir sie in der Kirche oder zu Hause verbringen konnten, anders als sonst, aber gesund und nicht im Krankenhaus?

Dafür, dass wir während eines Lockdowns nicht in Hungersnot geraten, wie es aus anderen Ländern berichtet wird?

Dafür, dass wir eine so gute Infrastruktur haben, dass noch nicht alles zusammengebrochen ist?

Oder waren die bedrückenderen Dinge mehr im Vordergrund: Corona, kein Familienfest, Einsamkeit?

Wonach war Ihnen?

Simeon und Hanna loben das Baby nicht, weil es schon viel getan hätte – Jesus ist ja erst eine Woche alt.

Sie sehen das, was kommen wird. Sie loben die Zukunf.

Wenn Sie die momentane Situation nicht loben können: Vielleicht können Sie ja die Zukunft, die Gott verspricht loben?

Gebetsvorschlag

Großer Gott, wir loben dich, Herr wir preisen deine Werke:

Wir loben dich, auch wenn uns nicht unbedingt danach ist, denn wir denken an all die Zeit, die du uns schon begleitet hast.

Wir loben dich und bringen vor dich alle unsere Kranken, Ärztinnen und Pfleger und alle Ehrenamtlichen Helfer.

Wir loben dich und bringen vor dich alle Einsamen.

Wir loben dich und bringen vor dich alle Wohnungslosen

Wir loben dich und bringen vor dich alle vom Krieg betroffenen.

Wir loben dich und vertrauen auf deine Hilfe. Amen.

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