Andacht zum 11. Sonntag nach Trinitatis (Bibeltext: Eph 2,4-10)

Dieter Schütz /pixelio.de

Gedanken zum Bibeltext (Eph 2,4-10)

Gnade.So ein altes Wort.

Gnade, was ist das?

Gnade kennt man vor allem aus Ritterfil-men: Der Gegner liegt besiegt am Boden, das Schwert ist an seinem Hals: „Ich lasse nochmal Gnade gewähren“ sagt der Sieger und der besiegte kommt unverdient davon.

Gnade, das ist unverdientes davonkommen, gegen alles Recht und menschliches Gerechtigkeitsgefühl

Gnade ist etwas, das wir alle dringend brauchen:

„Ich weiß nicht, wie ich damit leben soll“ sagt der alte Mann, der seine Kinder geschlagen hat. Nun haben sie fast alle mit ihm gebrochen. Nur mit Gnade kann er weiterleben

„Wieso habe ich das gemacht?“ fragt die junge Frau, die zu schnell auf der Landstrasse unterwegs war. Die Frau im Gegenverkehr hat den Unfall nicht überlegt. Nur mit Gnade kann sie weiterleben.

„Ich bin froh, dass sie mir verziehen hat“, sagt der Mann, der seine Frau betrogen hat. Nur dank der Gnade sind sie weiterhin ein Paar.

„Entschuldigung, ich habe dich falsch beschuldigt“ sagt die Mutter zur Tochter „Kannst du mir verzeihen?“ Vergebung geht manchmal nur mit Gnade.

Wir brauchen Gnade ständig, jeder von uns kommt in eine Situation, in der er oder sie die Gnade der anderen braucht.

Gnade verbindet uns.

Und man kann sie sich nicht verdienen, dann wäre es keine Gnade mehr.

Wie bei uns Menschen ist es auch mit Gott: Ohne Gottes Gnade sind wir nichts. Wir können nichts tun, um seine Zuneigung zu verdienen.

Wir sind einfach darauf angewiesen, dass er über all die Fehler, die wir in unserem Leben machen, hinwegschaut. Voller Gnade. Und wir sollten das auch bei den anderen Menschen machen. Tun was gut und richtig ist. Gnädig sein.

Amen.

Gebet:

G: Wir waren tot, aber er hat uns lebendig gemacht hat.

L: Dafür danken wir dir, Gott, dass wir durch dich leben dürfen: Heute, hier und jetzt, aber auch nach dem Tod.

G: Eure Rettung gründet sich nicht auf menschliche Leistungen

L: Unsere menschlichen Leistungen sind nichts wert. Vor dir bringen wir unser Versagen: Wir zerstören deine Schöpfung und lassen unsere Mitmenschen allein. Verzeih du uns.

Gott hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. An uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.

Gib uns deinen Heiligen Geist, damit wir das Gute und Richtige erkennen und tun können.

Amen.

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