Andacht am 16.5.2021 – Exaudi

Gebet: Psalm 27

1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil –

vor wem sollte ich mich fürchten?

Der Herr ist für mein Leben wie eine schützende Burg,

vor wem sollte ich erschrecken?

2 Wenn boshafte Menschen über mich herfallen, um mich mit Haut und Haaren zu verschlingen, meine Gegner und Feinde – dann sind sie es, die stürzen und fallen! […]

5 Denn er wird mich am Tag des Unglücks in seinem Zelt bergen,

mir dort in der Verborgenheit seinen Schutz gewähren und mich auf einem hohen Felsen in Sicherheit bringen.

7 Höre, Herr, wenn ich nun mit lauter Stimme rufe, sei mir gnädig und antworte mir!

8 In meinem Herzen wiederhole ich deine Worte:

»Kommt vor mein Angesicht, sucht meine Nähe!

«Ja, Herr, das will ich tun: ich will vor dein Angesicht treten.

11 Lass mich deinen Weg erkennen, Herr,

und leite mich auf ebener Bahn

Neue Genfer Übersetzung, © Genfer/Deutsche Bibelgesellschaft

Bibeltext: Johannesevangelium 7,37-39

Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief:

Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!

Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.

Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

Neue Genfer Übersetzung, © Genfer/Deutsche Bibelgesellschaft

Gedanken:

Manchmal sind Kirchen in Stein verwirklichte Predigten. Als die Versöhnungskirche 1968 gebaut wurde, arbeiteten die Künstler – der Bildhauer Reinhard Fuchs und der Glasmaler Gerd Jähnke darauf ein, auch theologisch mit dem Kirchenvorstand.

So ist unser Taufstein nach dem Bibelwort aus dem heutigen Evangelium gestaltet:

Wer an mich glaubt, von dessen Leib werde Ströme lebendigen Wassers fließen.

Der damalige Pfarrer Dieter Kreysler hat dazu festgehalten: „Wenn man von der Empore auf der Orgelseite auf den Taufstein hinunter sieht, kann man unschwer ein Kreuz erkennen, das die wellenförmigen Linien wie überlaufendes Wasser bilden. So geht von diesem Taufstein aus schwerem Flossenbürger Granit Bewegung aus, er wirkt fast leicht. Der Künstler wollte damit auch zum Ausdruck bringen, dass die Taufe ein lebendiges Geschehen ist,und in das Leben eines Christenmenschen immer wieder Bewegung bringenkann.

Unser Taufstein ist bewusst mit den Fenstern kombiniert: Das Tauffenster ist in rot gehalten, die Farben des Heiligen Geistes. Die Strahlen des Tauffensters gehen nach oben, zu unserem Kreuz in der Außenmauer.

Im Dunkeln sieht man sie besonders gut.

Sie drücken aus: Durch die Taufe ist man mit Gott verbunden.

Durch die Taufe ist der Heilige Geist in uns. Durch uns und für uns strömen die Flüsse lebendigen Wassers.

Die Taufe schafft Leben. Sie gibt Hoffnung, verbindet uns mit Gott.

Das gilt vor allem in den dunklen Zeiten unseres Lebens.

Manchmal ist eine Kirche eine in Stein verwirklichte Predigt. Die Neunburger Versöhnungskirche ist das für den heutigen Predigttext.

Gebet:

Herr, du bist Quelle unseres Lebens.

Dein Heiliger Geist will uns zu Quellen lebendigen Wassers machen.

Hilf uns deinen Willen zu tun, für andere da zu sein, Entscheidungen für die Welt und nicht nur für uns zu treffen.

Lass deinen Heiligen Geist in uns und durch uns wirken.

Amen

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