Was kleiner Glaube bewirkt (Luk 17,5-6) – Gottesdienst zum 15. Sonntag nach Trinitatis

Liebe Gemeinde,
heute haben wir einen kurzen Predigttext vorgegeben, kurz aber knackig, mit einem Inhalt an dem man zu kauen hat. Er steht umfasst nur zwei Verse und steht im Lukasevangelium im 17. Kapitel:
Die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben!
Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
Na, das ist doch mal eine Ansage! Wenn ihr den Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr einen Maulbeerbaum versetzen! Die Maulbeerbäume waren als besonders stark bekannt, sie mussten doppelt so weit wie andere Bäume von Brunnen entfernt gepflanzt werden. So einen Baum könnten wir ausreissen.
Nur leider ist unser Glaube meist nicht besonders groß. Manchmal haben wir das Gefühl er fehlt sogar. Besonders dann, wenn das Leben es hart mit uns meint: Wenn wir krank werden. Den Sinn des Lebens nicht mehr sehen. Leute im Freundeskreis überraschend sterben.
Das ist der Glaube manchmal nicht sehr groß. Und Jesus kennt die Situationen. Kurz vor unserem Predigttext sagt er es den Jüngern voraus: Das Böse im Leben wird an eurem Glauben schütteln! Bleibt stark!
Und die Jünger, sie machen das naheliegende: Sie bitten Jesus: Stärke unseren Glauben!
Und nun hätten sie sicherlich eine andere, hilfreichere, praktischere Antwort erwartet. So was wie: Betet 1x täglich. Geht in die Synagoge! Tja, diese Antwort hat Jesus nicht gegeben. Daher sind Sie nun dran. Stärke unseren Glauben! So ist die Bitte die Jünger.
Was würden Sie den Jüngern zur Glaubensstärkung empfehlen? Was ist ihr Tipp, ihre Lebenserfahrung, wenn der Glaube stärkung braucht?
Schreiben Sie es bitte auf und wir heften es an die Wand…
Drauf eingehen
Lauter praktische Tipps haben Sie gefunden. Tipps die wirklich helfen. Und auch wenn Glaube ganz stark von Gott kommt; dennoch müssen auch wir auf unseren Glauben achten. Wir müssen darauf achten, dass die Beziehung zu Gott, das Gespräch mit ihm nicht abbricht, weitergeht.
Jesus will über die Macht des Glaubens reden. Er will darauf hinweisen, dass auch ein kleiner Glaube viel bewirken kann. Denn darum geht es. Das Bild vom Maulbeerbaum ist ein Bild, denn keiner will einen Maulbeerbaum versetzen.
In der Schule kommt in der 3. Klasse diese Stelle auch dran. Und dann reden wir über Margarethe Steiff, die Erfinderin der Steiff-Figuren. Sie war ständig krank, saß im Rollstuhl und hatte eine Behandlung nach der anderen. Als eines Tages wieder eine Kuranstand sagte sie zu Ihrem Vater: Nein, keine Behandlungen mehr. Gott hat zu mir gesagt, dass es nichts bringen wird. Ich soll auf ihn vertrauen.
Und sie fing an ihre Krankheit zu akzeptieren, fing an zu nähen, nähte nebenbei einen Teddybären, nähte immer mehr Teddybären, wurde Fabrikbesitzerin und verkaufte Teddybären bis nach Amerika. Ihr Glaube war nicht superstark, er war klein und sie war voller Verzweiflung. Aber aus diesem Senfkorn Glaube ist viel geworden.
Ich glaube Sie kennen ähnliche Geschichten, ähnliche Personen. Personen bei denen aus Glaube gigantisches wurde. Und daher sind jetzt Sie wieder dran: Schreiben Sie diese bitte auf den zweiten Zettel!
(Luther King, Mutter Theresa, Nelson Mandela, diese Gemeinde)
Was für Beispiele. Aus einem ganz kleinen Glaube, kann viel wachsen. Unser Glaube muss nicht groß sein, er darf auch voller Zweifel sein. Nicht aufgeben, das reicht schon. Immer wieder Gott bitten. Und es kann großes wachsen. Das ist die Botschaft Jesu. Damit Sie sich daran erinnern, kriegen Sie nun ein Senfkorn mit.
Amen.
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