Predigt zum 1. Advent: Sich um andere kümmern, da Gott sich um uns kümmert

Liebe Gemeinde,
heute wird die Aktion Brot für die Welt eröffnet. Auch in diesem Jahr wird wieder gesammelt. Die Kinder des evangelischen Religionsunterrichts haben Sammelkästchen bekommen, wir Erwachsenen haben auf unseren Plätzchen Sammeltütchen.
Wieso sammeln wir? Um uns ein gutes Gewissen zu machen?
Der Gedanke: Gib was, dann kommste eher in den Himmel, ist immer noch weit verbreitet, auch unter evangelischen.
Der Hebräerbrief schreibt dazu folgendes:
Brüder und Schwestern! Durch das Blut, das Jesus vergossen hat, haben wir freien Zugang zum Heiligtum.
Diesen Zugang hat er eröffnet, indem er uns einen Weg durch den Vorhang freigemacht hat.
Es ist ein neuer Weg für unser Leben, derselbe, den Jesus als Mensch gegangen ist.
Und wir haben einen Priester von einzigartiger Bedeutung, der über das Haus Gottes gestellt ist.
Wir wollen also vor Gott treten mit wahrhaftigem Herzen und voller Glaubensgewissheit.
Denn unsere Herzen sind besprengt worden zur Reinigung von dem, was unser Gewissen belastet hat.
Und unser Leib wurde in reinem Wasser gebadet.
Wir wollen an dem Bekenntnis zur unerschütterichen Hoffnung festhalten.
Denn Gott ist treu, auf dessen Versprechen sie beruht.
Und wir wollen uns umeinander kümmern und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen.
Deshalb sollen wir unsere Gemeindeversammlungen nicht verlassen, wie es manchen zur Gewohnheit geworden ist.
Vielmehr sollen wir uns gegenseitig Mut machen.
Und das umso mehr, als ihr doch seht, dass der Tag schon anbricht.
Liebe Gemeinde,
in fast allen Klassen beschäftige ich mich zur Zeit mit Martin Luther. Ihn bewegt eine Frage in sein Lebenem: Wie kann ich Gott gerecht werden? Eine Aufgabe für die Mittelschüler war: Wie heißt diese Frage in heutigem Deutsch? Und raus kamen tolle Antworten: Wie kann ich mir sicher sein, dass Gott mich liebt? Wie ist Gott mein Freund? Wie komme ich in den Himmel?
Unser Predigttext gibt eine sehr klare Antwort: Du bist es schon! Du bist Gott schon nahe.
Dafür benutzt der Briefeschreiber, der an die Hebräer, also an die Judenchristen scheibt, Bilder des Judentums.
Im Judentum ist es so, dass Gott seinem Volk beim Allerheiligsten begegnet. Nur an Jom Kippur, dem Versöhnungsfest, darf ein Hohepriester das Allerheiligste betreten. Er geht durch den Vorhang, der das Allerheiligste vom Rest des Tempels trennt und kommt so Gott nahe.
Diesen Weg brauchen wir nicht mehr, wir sind Gott schon nahe. So schreibt es der Hebräerbrief:
Durch das Blut, das Jesus vergossen hat, haben wir freien Zugang zum Heiligtum.
Diesen Zugang hat er eröffnet, indem er uns einen Weg durch den Vorhang freigemacht hat. […]
Und wir haben einen Priester von einzigartiger Bedeutung, der über das Haus Gottes gestellt ist.
Und der Hebräerbrief verwendet nicht nur diese Symbole des Judentums, er verwendet auch andere Bilder: Er schreibt, dass wir besprengt wurden zur Reinigung, dass unser Leib in reinem Wasser gebadet wurde.
Durch Jesus, sein Leben und seine Botschaft von der Liebe Gottes, durch seinen Tod und seine Auferstehung, sind wir wie neugeboren und Gott nahe.
Neugeboren sein, das bedeutet auch: Einen neuen Lebensweg gehen können- sein Leben anders führen, ein besseres Leben führen. Ein Leben, das vom neuen Leben der Christen erzählt. Von der Gemeinschaft, die Jesus vorgelebt hat und die Paulus gepredigt hat.
Von der Solidarität der Christen, der Rücksicht auf die Schwachen und die Gegenseitige Hilfe.
Gott nahe zu sein, das Wissen, dass Gott einen liebt, gibt Kraft, füreinander da zu sein. Es macht Lust, die Welt zu lieben, so wie Gott sie liebt.
Und durch ein neues Leben geben wir anderen Menschen Hoffnung auf ein neues Leben, ein besseres Leben.
Der Hebräerbrief schreibt es so:
Wir wollen an dem Bekenntnis zur unerschütterichen Hoffnung festhalten. Denn Gott ist treu, auf dessen Versprechen sie beruht.
Und wir wollen uns umeinander kümmern und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen.
Deshalb sollen wir unsere Gemeindeversammlungen nicht verlassen, wie es manchen zur Gewohnheit geworden ist.
Vielmehr sollen wir uns gegenseitig Mut machen.
Eine Möglichkeit Hoffnung zu verbreiten und uns gegenseitig Mut zu machen ist Brot für die Welt, für die wir heute sammeln. Denn eine Aktion wie Brot für die Welt macht Mut und zeugt in der ganzen Welt von der Kraft der Liebe Gottes.
Denn wenn wir uns um andere kümmern, dann tun wir das, weil Gott sich um uns kümmert.
Amen.
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