360 Jahre alter Beleg für Intersexualität gefunden

Intersexualität ist in christlichen Kreisen durchaus umstritten. Spannend ist deshalb dieser Fund:

In den Kirchenbüchern der württembergischen Landeskirche findet sich ein Beleg für Intersexualität von 1653: Ein Kind wurde als Mädchen getauft, der Taufname aber einige Tage später in den eines Jungen geändert:

„Hierbey ist zu mercken, daß nach deme obgeschribenes Michel Epptings Kind ettlich Tag nach empfangener Tauf mehr männliches alß weibliches Geschlechts gefunden worden, alß ist der Nahm Anna abgethan unnd an statt selbigen daß Kind Hans Jacob genennet unnd publice proclammiert worden.“

https://blog.wkgo.de/2020/06/18/historischer-beleg-fuer-einen-fall-von-intersexualitaet/

Das sollte all diejenigen be(un)ruhigen, die meinen, dass die modernen Zeiten und all dieser Genderkram für die Verwirrung der Geschlechter verantwortlich seien. Nein, das gibt es schon sehr lange!

Comments from Mastodon:

Ein Kommentar zu „360 Jahre alter Beleg für Intersexualität gefunden

  1. Hallo Gerhard,
    eine intertessante Entdeckung.
    Mit Intersexualität habe ich öfters mal zu tun, vor allem wenn eine/r meiner Schutzbefohlenen darüber klagt, dass seiner/ihrer Umgebung Verständnis und Toleranz fehlt. Besonders schlimm ist es, wenn die Umgebung aus der evangelikalen Ecke kommt und einfach nicht verstehen will, das menschliche Sexualität von Natur aus viele Spielarten kennt. Es ist eine leidvolle Geschichte, wenn die Betroffenen von einer Therapie zur nächsten geschleppt werden und wenn sie Betreuung haben, können sie sich nicht einmal wehren.
    Gott schuf den Menschen nach seinem Bild als Mann und Frau, alles andere ist Sünde, das ist der Standartsatz, den die frommen Gemüter einem um die Ohren hauen. Wenn sie dabei einen Menschen in die Verzweiflung treiben und zerstören ist das keine Sünde für sie, sondern die Erfüllung von Gottes Willen.
    Je frömmer die Gemeinde, desto intoleranter, Jay Adams pur.

    Weniger ein Kommentar als eine geschilderte Erfahrung

    Ganz nebenbei, erinnerst du dich noch an mich? Wir haben beide in Erlangen studiert und den Hebräisch-Kurs vom Dr. Hoffmann besucht.

    Es wäre schön, wenn wir von einander hören und uns austauschen
    viele Grüße
    Gisela

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